KINDESMISSBRAUCHWIEDERHOLUNGSTÄTER

59-jähriger Bünder muss für Übergriffe im Freibad ins Gefängnis

Christina Wiesmann

Osnabrück/Melle. Sexueller Missbrauch in zwei Fällen: Vor dem Amtsgericht Osnabrück musste sich am Dienstag ein 59-jähriger Mann aus Bünde verantworten.

Er hatte am 26. Mai dieses Jahres im Meller Wellenfreibad zwei Mädchen, neun und sieben Jahre alt, mehrfach unsittlich – zum Teil auch unter ihren Badeanzügen – berührt. 

Die Tat gab der Angeklagte ohne Umschweife zu: „Das ist leider so gewesen.“ 

Vorfall am Beckenrand

Im Wellenfreibad sei er den beiden Mädchen an besagtem Tage gefolgt. „Weil sie mir vom Äußeren gefielen, bin ich hinterher“, erzählte der Mann aus Bünde, der wegen eines ähnlichen Delikts bereits vorbestraft ist, vor Gericht. 

Am Beckenrand habe er sich zu der Neunjährigen gesetzt. „Dann habe ich sie gestreichelt“, erzählte der Angeklagte weiter. Die Siebenjährige sei dann dazugekommen. „Und die habe ich auch gestreichelt. Ich hatte nicht das Gefühl, dass sie dagegen waren.“ 

Besonders die Neunjährige sei nach diesem Vorfall schwer traumatisiert und leide unter den Folgen des Übergriffes, erklärte die Verteidigerin der Nebenklage. Auch, weil der Angeklagte sich nach dem Vorfall am Beckenrand von den Mädchen mit den Worten „Bis dann!“, verabschiedet haben soll. „Sie denkt, sie wird Sie wiedersehen. Das verfolgt sie bis heute“, hielt die Verteidigerin dem Angeklagten vor.

Der gab an, dass ihm die Sache leidtue. Er habe erst jetzt bemerkt, welchen Schaden er bei den Mädchen angerichtet habe. 

Vor knapp sechs Jahren war er schon einmal wegen eines Sexualdeliktes verurteilt worden. In einem Freibad in Herford hatte sich eine ziemlich ähnliche Szene abgespielt, wie in diesem Jahr in Melle. 

„Da kann man eine Schablone drüberlegen, so gleich ist Ihr Vorgehen gewesen“, stellte die Staatsanwältin fest. 

Therapie gemacht

Der Angeklagte berichtete, nach dem Vorfall in Herford eine Therapie gemacht zu haben. Seinen Sexualtrieb habe er aber am Tattag nicht unter Kontrolle gehabt.

Ob er schon länger wieder das Verlangen habe, junge Mädchen anzufassen, wollte die Richterin wissen. „Ich habe in der Therapie gelernt, dass es für die Mädchen ja nicht so schön ist“, wich der Angeklagte zunächst aus. Kurz darauf sagte er: „Es wäre aber schon mal was Besonderes, mit so einem jungen Mädchen.“

Die Staatsanwältin forderte eine Haftstrafe von 18 Monaten, die nicht zur Bewährung ausgesetzt werden soll. Dem folgte das Gericht nach eingehender Beratung in vollem Umfang. „Wir sind an einem Punkt angelangt, wo wir andere vor Ihnen schützen müssen“, betonte die Richterin. Die Bekannte des Angeklagten, die den Bünder zu der Verhandlung begleitet hatte, zeigte sich verständnislos: „Können Sie nicht noch mal ein Auge zudrücken?“, rief sie aus dem Zuschauerraum.

Möglicherweise wird der Angeklagte durch seinen Verteidiger Berufung gegen das Urteil einlegen. Um damit Erfolg zu haben, wird er sich entsprechend um seine krankhafte Neigung kümmern müssen.

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