KINDESMISSBRAUCHVERHAFTETE TÄTER

Ex-Schulpräsident wegen Kinderpornografie verurteilt

Frauenfeld, 17. Sept. (sda) Der zurückgetretene Schulpräsident von Frauenfeld ist am Mittwoch wegen Kinderpornografie zu einer vierwöchigen bedingten Gefängnisstrafe verurteilt worden. Das Bezirksgericht verhängte zudem eine Busse von 2000 Franken. Die Probezeit beträgt zwei Jahre. Die Untersuchungs- und Verfahrenskosten von 4400 Franken trägt der Verurteilte. Der 47-jährige Mann war der Polizei bei der Aktion «Genesis» ins Netz gegangen.

Es sei bewiesen, dass der ehemalige Schulpräsident der Frauenfelder Schulgemeinden aus dem Internet verbotene pornografische Bilder heruntergeladen habe, urteilte das Strafgericht. Diese Bilder zeigten sexuelle Handlungen mit Kindern. Indirekt habe er sich damit am Missbrauch der Kinder mitschuldig gemacht. Dass der Angeklagte die einschlägigen Seiten nur aus Neugier besucht hatte, glaubte das Gericht ihm nicht. Es könne sein, dass man einmal aus Versehen auf Seiten mit harter Pornografie gerate. Dass der Angeklagte diese Seiten jedoch immer wieder aufgesucht und dafür bezahlt habe, sei nicht mit Neugier zu erklären, sagte die Gerichtspräsidentin bei der Urteilseröffnung. Der Angeklagte habe ausserdem Daten von einschlägigen Newsgroups auf seiner Festplatte gespeichert. Zudem habe er ein Programm benutzt, welches die auf seinem Computer gespeicherten Daten Hunderten von weiteren Konsumenten zugänglich gemacht habe.

Der Verteidiger hatte einen Freispruch gefordert. Der Angeklagte habe aus purer Neugier auf Seiten mit Kinderpornografie gesurft. Er habe dabei nicht geschlechtlich erregt werden wollen und sei in keiner Weise pädophil. Der Angeklagte habe nicht gewusst, dass die Seiten automatisch gespeichert würden. Er sei vorverurteilt worden und bereits genug gestraft. Er habe unter dem Druck der Medien und der Öffentlichkeit von seinem Vollamt als Schulpräsident der Frauenfelder Schulgemeinden zurücktreten müssen. Heute sei er arbeitslos, lebe von seiner Familie getrennt und sei gesellschaftlich geächtet. Der Angeklagte war aus gesundheitlichen Gründen nicht persönlich zum Prozess erschienen.

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